Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine erhöhte Sterblichkeit im Erwachsenenalter. Eine Studie zeigt jedoch, dass Kinder, deren Body-Mass-Index (BMI) sich bis zum Jugendalter normalisiert, später kein erhöhtes Risiko tragen. Nachdem die Zahl der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in wohlhabenden Ländern lange rückläufig war, ist zuletzt wieder ein Anstieg zu verzeichnen.
Als Hauptursache gilt die zunehmende Verbreitung von Adipositas, die bereits im Kindesalter beginnt.
Nicht alle übergewichtigen Kinder bleiben jedoch auch als Erwachsene übergewichtig. Bei einem Teil normalisiert sich der BMI während der pubertären Wachstumsphase. Wissenschaftler untersuchten anhand schwedischer Schul- und Musterungsdaten der Geburtsjahrgänge 1945 bis 1968, wie sich unterschiedliche Gewichtsentwicklungen auf spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken.
Im Ergebnis zeigte sich, dass Übergewicht im jungen Erwachsenenalter stärker mit späteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist als Übergewicht allein im Kindesalter. Ein besonders hohes Risiko zeigte sich bei Personen, die erst während der Pubertät übergewichtig wurden. Dagegen hatten Kinder, die zwar übergewichtig waren, deren Gewicht sich aber nach der Pubertät normalisierte, im Erwachsenenalter kein erhöhtes Risiko.
Auch wenn epidemiologische Studien nur begrenzte Aussagen zu therapeutischen Maßnahmen erlauben, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine erfolgreiche Behandlung von Adipositas im Kindesalter langfristig das Herz-Kreislauf-Risiko senken kann.
Ohlsson, C. et al.
Change in Weight Status From Childhood to Young Adulthood and Risk of Adult Coronary Heart Disease
JAMA Pediatr .
12/2025
